Tablet und Stetoskop "Aging"

17. Zürcher Gerontologietag 2016

Gesundes Altern und Wohlbefinden im digitalen Zeitalter:
Individuelle Autonomie oder totale Überwachung?

Ein Symposium des Zentrums für Gerontologie (ZfG) und des Universitären Forschungsschwerpunktes «Dynamik Gesunden Alterns» der Universität Zürich

Donnerstag, 1. September 2016, 13:45 – ca. 17:30 Uhr
Ort: Universität Zürich Irchel, Aula Y21-F-65, Theatersaal,
Winterthurerstrasse 190, 8057 Zürich



Thema

«Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.»

So definiert die Weltgesundheitsorganisation WHO ihren Gegenstand in ihrer Verfassung. Dieses Verständnis von Gesundheit wird häufig wegen ihrer Breite gelobt, aber auch als illusionär und zu absolut kritisiert.

WHO: «Global Strategy and Action Plan on Ageing and Health»

Im Mai 2016 verabschiedete die WHO eine neue, spezifische Strategie zum gesunden Altern, die den Schwerpunkt auf die Aufrechterhaltung der individuellen Lebensqualität und funktioneller Ressourcen zur Lebensbewältigung legt. Menschen stehen nach diesem Verständnis viele mögliche Wege zur Verfügung, um eine gute Lebensqualität zu erreichen und zu stabilisieren. Diese Wege sind von den Fähigkeiten und Fertigkeiten, den Aktivitäten, der biologischen Ausstattung, den Umweltbedingungen, aber auch von aktuellen Beeinträchtigungen beeinflusst. Massgebend ist indessen die persönliche Bewertung, sind Vorlieben und Bedürfnisse in der eigenen Lebenssituation. Damit erweitert sich der Gesundheitsbegriff auch auf Konstellationen, wo zwar Krankheiten und Gebrechen vorliegen können, diese aber mittels sozialer und individueller Ressourcen so bewältigt werden, dass daraus keine erhebliche Einschränkung der subjektiven Lebensqualität erfolgt.

Das bisherige statische und absolute Bild der Gesundheit als «Zustand» macht damit einem dynamischen, prozess- und individuumzentrierten Gesundheitsbild Platz.

Gesundheit im Alter: eHealth und Big Data

Diese Neuorientierung der WHO zum gesunden Altern ist begleitet von technischen Entwicklungen im Gesundheitswesen, die eine solche Dynamisierung und Individualisierung erleichtern; die aus unterschiedlicher Warte als neuartige Chancen oder aber als Bedrohungen individueller Autonomie und Freiheit verstanden werden können. Stichworte: personalisierte Medizin, Big Data, eHealth, integrierte Pflegesysteme.

Immer mehr individuelle Gesundheitsdaten können – teilweise automatisiert – erhoben und miteinander verbunden werden. Sind die hochtrabenden Versprechungen einer sinnvollen Strukturierung der Datenflut überhaupt einzulösen? Wer verfügt über diese Daten? Auf welche Weise ist sicherzustellen, dass sie nicht in falsche Hände geraten und gegen die Interessen der Individuen genutzt werden? Insbesondere wenn betroffene – ältere – Menschen keine «digital natives» sind und kaum Erfahrung mit neuen Medien und Informations- und Kommunikationstechnologie haben? Brauchen wir neue individuelle Kompetenzen und soziale Organisationsformen? Welche, und wie kommen wir dazu?

Vertreterinnen und Vertreter der Gerontologie, der Sozialwissenschaften, der Ethik und der Medizin sowie der Praxis und älterer Menschen tauschen dazu ihre Überlegungen und Empfehlungen aus.

Die Tagung wird abgeschlossen mit der Verleihung des renommierten Vontobel-Preises der Universität Zürich für Alter(n)sforschung.

Zielpublikum: 
VertreterInnen von Wissenschaft, Wissenschafts- und Gesundheitspolitik, Medien, Gemeinwesen, Fachleute und Führungskräfte in Profit- und Non-Profit-Organisationen mit Bezug zum Alter(n), ExpertInnen des (eigenen) Alterns, Studierende und Lehrende in gerontologienahen Fächern und alle weiteren Interessierten.

Programm

ab 13:15 Eintreffen (Empfang, Registration, Begrüssungskaffee)
13:45 Begrüssung und Einführung
14:00

Gesundes Altern: Gerontologische, medizinische und gesellschaftliche Aspekte

  • Mike Martin: «Healthy Ageing»: Neue Ansätze
  • Christiane Brockes: Telemedizin und eHealth
  • Katja Rost: Gesundheit und Altern im Zeitalter von «Big Data»

(Vorläufige Arbeitstitel)

ca.15:30 Pause
16:00

Podiumsgespräch

Diskussion der Referierenden untereinander, mit Vertreter/inn/en der älteren Generation, der Praxis und der Forschung sowie mit dem Publikum.

  • Marianne de Mestral (SSR/CSA, VASOS)
  • René Zaugg (Pflegezentren der Stadt Zürich)
  • Alexander Seifert (Zentrum für Gerontologie UZH)
  • Katja Rost (Soziologisches Institut UZH, Mitglied NEK)
  • Christiane Brockes (Leiterin Telemedizin am UniversitätsSpital Zürich)
  • Mike Martin (Gerontopsychologie und Gerontologie UZH und  Zentrum für Gerontologie)
17:00
   
Verleihung des Vontobel-Preises für Alter(n)sforschung

Moderation: Mike Martin
Mit Grussworten

  • der Universitätsleitung: Prof. Dr. Daniel Wyler
  • und der Vontobel-Stiftung: Hannelore Kempin

sowie musikalischer Umrahmung:

  • Alexander Boldachev, Harfe
  • Alexander Kuznetsov, Violine
anschl. Apéro riche

Mitwirkende

  • Christiane Brockes, PD Dr. med., Leiterin Telemedizin am UniversitätsSpital Zürich
  • Marianne de Mestral, Schweizerischer Seniorenrat (SSR/CSA), Mitglied Arbeitsgruppe Gesundheit; Vereinigung aktiver Senioren- und Selbsthilfe-Organisationen der Schweiz (VASOS)
  • Hannelore Kempin, stv. Geschäftsführerin Vontobel-Stiftung
  • Mike Martin, Prof. Dr., Lehrstuhl für Gerontopsychologie und Gerontologie, Vorsitzender Zentrum für Gerontologie UZH
  • Katja Rost, Prof. Dr., Soziologisches Institut UZH, Mitglied der Nationalen Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin
  • Alexander Seifert, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Zentrum für Gerontologie UZH
  • Daniel Wyler, Prof. Dr., ehem. Prorektor Medizin und Naturwissenschaften, Universität Zürich
  • René Zaugg, Vizedirektor Pflegezentren der Stadt Zürich PZZ
  • Hans Rudolf Schelling, Geschäftsführer Zentrum für Gerontologie, Universität Zürich (Tagungsmoderation)

Organisation

Universität Zürich
Zentrum für Gerontologie   
Pestalozzistrasse 24
CH-8032 Zürich
 
Tel. +41 (0)44 635 34 20
Fax +41 (0)44 635 34 21
E-Mail: tagung@zfg.uzh.ch

(Die  Anmeldfrist ist abgelaufen.)

Teilnahmegebühr:

Normal (Verdienende): CHF 80.–
Studierende, in Ausbildung, RentnerInnen: CHF 50.–


Tagungsort

Universität Zürich Irchel, Aula Y21-F-65, Theatersaal,
Winterthurerstrasse 190, 8057 Zürich

Ein rollstuhlgängiger Eingang befindet sich beim Taxistand (Stockwerk D), der direkt zum Lift mit Zugang zu Stockwerk F führt. Im Theatersaal ist ein Treppenlift vorhanden.
Gebührenpflichtige Parkplätze sind in der Tiefgarage Irchel verfügbar; wir empfehlen aber, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen.

Anfahrt ab Hauptbahnhof Zürich:

  • Tramlinie 14 Richtung Seebach bis Milchbuck
  • Tramlinie 7 Richtung Stettbach bis Milchbuck
  • Tramlinie 10 Richtung Flughafen bis Universität Irchel

Ab Bellevue:

  • Tramlinie 9 Richtung Hirzenbach bis Universität Irchel

Unterstützung

Musikalische Umrahmung der Preisverleihung durch hochbegabte junge Musiker/innen der durch Dr. Hans Vontobel gegründeten Stiftung Lyra.

Der Vontobel-Preis der Universität Zürich für Alter(n)sforschung ist gestiftet von der Vontobel-Stiftung.