Späte Freiheiten?
Wahl- und Handlungsfreiheit im Alter

Interdisziplinäre, öffentliche Vorlesungsreihe im Frühjahrssemester 2009

Ab 18. Februar 2009 14- täglich am Mittwoch, 18.15 - 19.45 Uhr
Universität Zürich-Zentrum, Rämistrasse 71, Hörsaal KOL-F-121
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich. 

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Wahlfreiheit (auch) im Alter, zum Beispiel bezüglich Wohn- und Lebensformen, Dienstleistungen und Gütern, setzt mindestens zwei Dinge voraus: einerseits das Vorhandensein einer Mehrzahl unterschiedlicher Angebote, andererseits die Verfügbarkeit individueller Ressourcen zur Nutzung dieser Angebote. Zur Handlungsfreiheit gehört, nicht nur «fertige» Angebote annehmen oder ablehnen, sondern sie aktiv gestalten und verändern zu können.

Während die Wünschbarkeit von Wahl- und Handlungsfreiheit als Bedingung der Befriedigung unterschiedlicher Bedürfnisse kaum grundsätzlich bestritten wird, unterscheiden sich die Konzepte, was sie beinhalte, wie sie zu fördern sei und wo ihre Grenze liege. Genügt eine «negative Freiheit» als Vermeidung aktiver Zwangsausübung auf das Individuum, oder braucht es eine «positive Freiheit» als praktische Ermöglichung eines Handelns? Stehen ökonomische Interessen anderer der eigenen Freiheit im Wege, oder setzt sie solche Interessen gerade voraus, damit eine Angebotsvielfalt im Markt entsteht? Darf die Wahl- und Handlungsfreiheit von Menschen eingeschränkt werden, um ihnen Gutes zu tun oder sie vor Schaden zu bewahren? Wie weit muss man auf eigene Freiheiten verzichten, um die Freiheiten anderer nicht zu beeinträchtigen? Und was hat das alles mit dem Alter zu tun?

Referentinnen und Referenten aus verschiedenen Disziplinen präsentieren ihre Überlegungen zu solchen Fragen und stellen sich der Diskussion.
Die Reihe richtet sich an die allgemeine Öffentlichkeit, besonders aber an Personen, die in einem gerontologischen Arbeitsfeld tätig sind oder tätig werden wollen, an Studierende aller Fächer sowie an alle an Altersfragen Interessierten.


Programm

18. Februar 2009
Die Kunst der Entscheidung. Freiräume und Lebensqualität gewinnen durch rechtzeitige Entscheidungen
Prof. Dr. phil. Helmut Bachmaier, Kulturgerontologe, Universität Konstanz, wissenschaftlicher Direktor Tertianum Schweiz
(Artikel auf www.seniorweb.ch von Maja Petzold, 24.2.09)

4. März 2009
Von allen Sinnen im Altersheim. Stimulation und Wahlfreiheit in der Gestaltung
Peter Gschwend, Gestalter und Künstler (www.gschwend-art.ch), Zürich
(ausnahmsweise in der Aula, KOL-G-201)
(Manuskript mit Bildern, PDF, 289 KB; Bilder-Dokumentation, PDF, 1.3 MB; Grundriss zum Nachdenken, PDF, 1.1 MB)

18. März 2009
Keine Freiheit im Alter ohne Generationensolidarität
Kurt Seifert, Leiter des Bereichs «Politik und Gesellschaft» bei Pro Senectute Schweiz, Zürich
(Manuskript, PDF, 250 KB)

1. April 2009
Patientenverfügung und Demenz
Susanne M. Brauer, PhD, Institut für Biomedizinische Ethik der Universität Zürich
(Präsentation, PDF, 447 KB)

Keine Veranstaltung am 15. April (Osterferien)

29. April 2009
Freiheit im Alter: Möglichkeiten, Herausforderungen und Verpflichtungen. Eine psychologische Perspektive
Prof. Dr. phil. Mike Martin, Psychologisches Institut, Gerontopsychologie, Universität Zürich
(Präsentation, PDF, 675 KB)

13. Mai 2009
Wie es euch gefällt? Altersplanung im Spannungsfeld von Angebot und Nachfrage
Richard Züsli, Projekt- und Organisationsberatung zu Altersfragen (www.careguide.ch), Cham/Baar
(Präsentation, PDF, 216 KB)

27. Mai 2009
Mehr Freiheit im Alter: Postulate und Handlungsperspektiven
Podiumsgespräch mit Helmut Bachmaier, Susanne Brauer, Peter Gschwend, Kurt Seifert und Richard Züsli. Moderation: Hans Rudolf Schelling