Altern, Sterben und Tod

Öffentliche Veranstaltungsreihe im Frühjahrssemester 2015  (1. Teil)

Ab 25. Februar 2015 14-täglich am Mittwoch, 18.15 – 19.45 Uhr
Universität Zürich-Zentrum, Rämistrasse 71, Hörsaal KOL-F-121
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

Daten: 25.2. / 11.3. / 25.3. / 22.4. / 6.5. / 20.5.2015

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Leben ist endlich. Im aktuellen Altersdiskurs wird dies – im achtenswerten Bemühen um ein ressourcen- statt defizitorientiertes Altersbild – gelegentlich ausgeblendet. Doch kann man dem Alter den Schrecken nehmen, indem man dessen unweigerlich eintretenden Abschluss tabuisiert?

Der Tod kann nach ganz verschiedenen Lebensphasen eintreten: selten als plötzlicher Tod ohne vorherige Funktionseinschränkung, häufiger nach einer mehrmonatigen Zeit zunehmender Pflegebedürftigkeit, am häufigsten nach Jahren zunehmender Gebrechlichkeit und Abhängigkeit. Psychosozial und somatisch orientierte Massnahmen können helfen, auch unter solchen Umständen Leiden zu vermindern und Lebensqualität zu erhalten. Trotzdem ist oft nicht nur für die Sterbenden, sondern auch für nahestehende Personen die letzte Phase schwierig zu bewältigen – für letztere dauert die Bewältigung häufig lange über den Tod hinaus.

Welchen Tod wünschen wir uns? Wo soll und kann er stattfinden? In wessen Hand liegt er: in unserer eigenen, derjenigen der behandelnden Ärzte oder doch allein in Gottes Hand? Wie kann das Sterben möglichst erträglich gemacht werden? Hat der Tod einen Sinn; welchen und für wen? Wird seine Unabwendbarkeit eines Tages überwunden, oder wenigstens das Leben wesentlich verlängert werden können?

Solche Fragen stehen im Fokus der interdisziplinären Ringvorlesung. Sie richtet sich an Personen, die in einem gerontologischen Arbeitsfeld tätig sind oder tätig werden wollen, an Studierende aller Fächer sowie an alle an Altersfragen Interessierten.


Programm


25. Februar 2015
Sterbeorte in unserer Gesellschaft: Ideal und Wirklichkeit

Michaela Thönnes, M.A. UZH und dipl. Pflegefachfrau, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Soziologisches Institut UZH, Zürich
(Präsentation, PDF, 280 KB)

11. März 2015
Entscheidungen am Lebensende – Erfahrungen der klinischen Ethik

Tanja Krones, PD Dr. med., Dipl. Soz., Leitende Ärztin Klinische Ethik/Geschäfts­führerin Klinisches Ethikkomitee USZ, Institut für Biomedizinische Ethik UZH, Zürich
(Präsentation, PDF, 2.8 MB)
«Eine Patientenverfügung ist kein Garantieschein»: UZH-News, 13.03.2015

25. März 2015
Selbstbestimmung bei Entscheidungen am Lebensende –
auch bei intellektueller Beeinträchtigung?

Monika Wicki, Dr. phil., Wissenschaftliche Mitarbeiterin Forschung und Entwicklung, Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik HfH, Zürich
(Präsentation, PDF, 3.7 MB)

22. April 2015
Warum wir das Zeitliche segnen.
Theologisches zu Altern, Sterben und Tod im Gespräch mit Fontanes Stechlin

Ralph Kunz, Prof. Dr. theol., Lehrstuhl für Praktische Theologie (Schwerpunkte Homiletik, Liturgik und Poimenik) UZH, Zürich
(Präsentation, PDF, 2.7 MB; Artikel von Maja Petzold auf seniorweb.ch,
Textarchiv: Theodor Fontane: Der Stechlin)

6. Mai 2015
Leben dürfen, sterben müssen – oder manchmal eher umgekehrt?

Roland Kunz, Dr. med., Chefarzt Geriatrie und Palliative Care, Spital Affoltern
(Präsentation, PDF, 1.6 MB)

20. Mai 2015
Suizid im Alter verstehen und verhindern

Gabriela Stoppe, Prof. Dr. med., Professorin für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Basel, und Inhaberin MentAge GmbH (www.mentage.ch), Basel