Gemeinsamkeit im Alter

Interdisziplinäre, öffentliche Vorlesungsreihe im Herbstsemester 2009

Ab 23. September 2009 14-täglich am Mittwoch, 18.15 - 19.45 Uhr
Universität Zürich-Zentrum, Rämistrasse 71, Hörsaal KOL-F-101
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich. 

Seiteninhalt


«Alter macht einsam»: ein Klischee? Zwar leben sehr viele alte Menschen allein, aber sind sie deshalb einsam? Einsamkeit kann inmitten von anderen Menschen empfunden werden, und objektiv isolierte Menschen fühlen sich häufig in einer virtuellen Gemeinsamkeit mit anderen gut aufgehoben. Die meisten alten Menschen stehen auch unmittelbar in Verbindung mit anderen: in einer – alten oder neuen – Lebenspartnerschaft, mit Angehörigen der gleichen oder der jüngeren Generation innerhalb oder ausserhalb der Familie, in einem funktionalen oder emotionalen Bezug, mit einem Fokus auf sich selbst, auf die andere Person oder auf etwas Drittes.

Wie viel und welche Gemeinsamkeit ist vorhanden im Alter? Wie wird sie erlebt, wodurch wird sie ermöglicht, und was macht sie möglich? Dargestellt und diskutiert werden Fakten, Bedingungen und Folgen physischer und virtueller Gemeinsamkeit(en) im Alter in unterschiedlichen Facetten: Gemeinsamkeit als Ähnlichkeit, (Geistes-)Verwandtschaft, Verbundenheit, Zusammensein, Partnerschaft, Austausch, Kooperation und Solidarität; bezogen etwa auf Genetik, Geschlecht, Kultur, Emotionen, Verhalten, Hilfeleistung, Kommunikation, Aktivitäten oder Wohnformen.

Referentinnen und Referenten aus verschiedenen Disziplinen präsentieren ihre Erkenntnisse und Überlegungen und stellen sich der Diskussion. Die Reihe richtet sich an die allgemeine Öffentlichkeit, besonders aber an Personen, die in einem gerontologischen Arbeitsfeld tätig sind oder tätig werden wollen, an Studierende aller Fächer sowie an alle an Altersfragen Interessierten.


Programm

23. September 2009
«Warum es manchmal besser ist, schlechter zu sein»:
Dyadische Perspektiven in der empirischen Altersforschung

Prof. Dr. Mike Martin, Psychologisches Institut, Gerontopsychologie, und Zentrum für Gerontologie, Universität Zürich
(Präsentation, PDF, 1.1 MB)

7. Oktober 2009
Grosseltern-Enkelkind-Beziehungen – Soziale Gemeinsamkeit dank intergenerationellen Unterschieden
Prof. Dr. François Höpflinger, Soziologisches Institut, Universität Zürich
(Texte «Grosselternschaft und Generationenbeziehungen» und «Teenage grandchildren and their grandparents in urban Switzerland» (PDF) auf http://www.hoepflinger.com)
Buchhinweis:
Höpflinger, F., Hummel, C. & Hugentobler, V. (2006). Enkelkinder und ihre Grosseltern. Intergenerationelle Beziehungen im Wandel. Zürich: Seismo.

21. Oktober 2009
«Wer nicht allein sein kann, hüte sich vor der Gemeinschaft».
Spiritualität als Weg zu sich und zu anderen

Niklaus Brantschen, Jesuit und Zenmeister, Lassalle-Institut, Bad Schönbrunn
Buchhinweis:
Brantschen, N. (2004). Weg der Stille: Orientierung in einer lärmigen Welt. Freiburg i.B.: Herder ( ISBN 3-451-05480-9).

4. November 2009
Raum für Gemeinsamkeit – Wohnen zwischen Individualität und Gemeinschaft
Prof. Dr. Frank Oswald, Stiftungsprofessur für Interdisziplinäre Alternswissenschaft, Universität Frankfurt a.M.
(Präsentation, PDF, 2.3 MB)

18. November 2009
Alte Eltern – erwachsene Kinder: Zwischen Verbundenheit und Abgrenzung
Dr. phil. Bettina Ugolini, Beratungsstelle LiA, Zentrum für Gerontologie, Universität Zürich
(Präsentation, PDF, 38 KB)
Buchhinweis:
Kazis, C. & Ugolini, B. (2008). «Ich kann doch nicht immer für dich da sein.» Wege zu einem besseren Miteinander von erwachsenen Kindern und betagten Eltern. Zürich/München: Pendo.

2. Dezember 2009
(Wahl-)Verwandtschaften – Die Bedeutung von Verwandtschaftsbeziehungen für ältere Menschen
Dr. phil. Nina Jakoby, Soziologisches Institut, Universität Zürich
(Präsentation, PDF, 673 KB)
Literaturhinweis:
Jakoby, N. (2008). Diversität des Familien- und Verwandtschaftslebens – Zur Bedeutung des erweiterten Familienkreises. Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, 33 (2), 207–228 (Download nur für Berechtigte)

16. Dezember 2009
Frauen und Männer im Alter: Wenn beide aus der Rolle fallen …
Prof. Dr. Insa Fooken, Fachbereich 2: Psychologie, Universität Siegen
(Präsentation, PDF, 1.2 MB)