Die ergrauende Gesellschaft –
historische, kulturelle, soziale und politische Perspektiven

Interdisziplinäre, öffentliche Vorlesungsreihe im Herbstsemester 2011

Ab 21. September 2011 14-täglich am Mittwoch, 18.15 - 19.45 Uhr
Universität Zürich-Zentrum, Rämistrasse 71, Hörsaal KOL-F-121
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich. 

Daten: 21.09. / 5.10. / 19.10. / 2.11. / 16.11. / 30.11. / 14.12.2011

Seiteninhalt


Die Alterung der Gesellschaft ist ein internationales Phänomen, das aber zeitlich verschoben voranschreitet und sich je nach kulturellem, technischem, sozialem und politischem Kontext unterschiedlich manifestiert. Die Folgen der Veränderung der demografischen Zusammensetzung der Bevölkerung werden kontrovers beurteilt: Während die einen eine Zunahme an Reife oder gar Weisheit der Gesellschaft erhoffen, befürchten die anderen einen Kollaps der finanziellen, sozialen und medizinischen Versorgungssysteme sowie einen Kampf um knapper werdende Ressourcen.

Es sei die These gewagt: So wie auf individueller Ebene zunehmend eine grosse Gestaltbarkeit, eine hohe Plastizität des Alternsprozesses festgestellt wird, sind auch gesellschaftliche Entwicklungen im Kontext des Alterns formbar. Dies setzt Phantasie, Innovations- und Kommunikationsfähigkeit anstelle von Angst vor Veränderungen und blindem Beharren auf «bewährten» Lösungen voraus. Dabei helfen Blicke über die Ränder bestehender Institutionen und wissenschaftlicher Disziplinen sowie historische und interkulturelle Vergleiche. Vielleicht gelingt es sogar, fundierte Modelle einer neuen, «älteren», aber generationengerechten Gesellschaft zu entwickeln und zu diskutieren?

Die Reihe richtet sich an die allgemeine Öffentlichkeit, besonders aber an Personen, die in einem gerontologischen Arbeitsfeld tätig sind oder tätig werden wollen, an Studierende aller Fächer sowie an alle an Altersfragen Interessierten.


Programm

21. September 2011
Alter wird gemacht:
Problemfelder, Akteure, Perspektiven und Kriterien von Alterspolitik

Hans Rudolf Schelling & Dr. Caroline Moor, Zentrum für Gerontologie, Universität Zürich
(Präsentation, PDF, 646 KB; weitere Informationen mit Dokumenten und Links: BSV: Alterspolitik in der Schweiz)

5. Oktober 2011
Soziale Netzwerke im Alter – eine Antwort auf die demografische Herausforderung?
Prof. Dr. Ulrich Otto, Institut für Soziale Arbeit IFSA-FHS St. Gallen; Leiter Kompetenzzentrum Generationen
(Präsentation, PDF, 657 KB)

19. Oktober 2011
Altern gestalten. Zur Kreativität im Alter
Prof. Dr. Helmut Bachmaier, Kulturgerontologe, Universität Konstanz; wissenschaftlicher Direktor Tertianum Schweiz und Geschäftsführer Tertianum-Stiftung
(Präsentation, PDF, 86 KB; weitere Informationen: http://www.senline.net)

2. November 2011
Dialog zwischen den Generationen –
ein Mix zwischen Erfahrungswissen und neuem Wissen bringt uns weiter

Ruedi Winkler, lic. oec. publ., Personal- und Organisationsentwicklung, Zürich
(Präsentation, PDF, 139 KB; weitere Informationen: http://www.ruediwinkler.ch)

16. November 2011
Eltern und Kinder ab 50 im gesellschaftlichen Kontext
Prof. Dr. Marc Szydlik, Forschungsgruppe «Arbeit, Generation, Sozialstruktur» (AGES) und Direktor Soziologisches Institut, Universität Zürich

30. November 2011
Historische Perspektiven:
Verwandtschafts- und Generationenbeziehungen seit dem Mittelalter

Prof. Dr. Simon Teuscher, Geschichte des Mittelalters, Historisches Seminar, Universität Zürich
(Präsentation/Bilder, PDF, 368 KB, und
 Buchkapitel, PDF, 1.5 MB: Sabean, D.W. & Teuscher, S. (2007). Kinship in Europe: A New Approach to Long-Term Development. In J. Mathieu, D.W. Sabean & S. Teuscher (Eds.), Kinship in Europe. Approaches to Long-Term Development (1300–1900) (pp. 1–32). New York: Berghahn.)

14. Dezember 2011
Neue Generationen – neuer Vertrag? Silberstreifen am Horizont
Dr. Katja Gentinetta, politische Philosophin, Lehrbeauftragte für Public Affairs an der Universität St. Gallen
(Präsentation, PDF, 3.7 MB; weitere Informationen: http://www.katjagentinetta.ch)