SIMPA – Simulierte multimodale Präsenz und Aktivierung

Videofilme für Demenzkranke

Evaluationsstudien des ZfG in Zusammenarbeit mit Pfizer AG

Professor Dale A. Lund von der University of Utah hat in Zusammenarbeit mit der Amerikanischen Alzheimervereinigung Entlastungs- und Aktivierungsfilme für Menschen mit Demenz entwickelt. Diese können pflegenden Angehörigen eine kurze Auszeit und von Demenz betroffenen Menschen eine Abwechslung und Stimulation positiver Verhaltensweisen bieten.

Das Hauptziel von SIMPA ist die wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit simulierter Präsenz und Aktivierung mittels multimodaler Intervention hinsichtlich

(a) der Lebensqualität und Verhaltensweisen der von Demenz betroffenen Menschen,
(b) der Entlastungswirkung auf pflegende Angehörige und
(c) der Interventionsmöglichkeit bei Agitation.

SIMPA I

Ein erstes Projekt befasste sich mit der Entwicklung und dem Einsatz eines Entlastungsfilms im privaten Kontext, das heisst bei Menschen mit Demenz, die privat von Angehörigen betreut werden.

Das Projekt wurde in drei Phasen durchgeführt:

  1. Erstellung von zwei Interventionsfilmen im universitätseigenen Filmstudio in Zusammenarbeit mit einer Expertengruppe,
  2. Evaluation der Wirksamkeit und
  3. Erstellung einer allgemein verständlichen, anschaulichen Publikation für Fachpersonen und die Öffentlichkeit.

Laufzeit des Projekts SIMPA I: 10/2008 – 6/2010

Kontakt:
Dr. Sandra Oppikofer, sandra.oppikofer@zfg.uzh.ch

Weiterführung: SIMPA II

Aufgrund der positiven Ergebnisse von SIMPA – Videofilme für Demenzkranke – wurde das Projekt weitergeführt und auf den institutionellen Bereich ausgeweitet. Es sollte nun überprüft werden, ob sich Aktivierungs- und Entlastungsfilme auch für ganze Gruppen im institutionellen Rahmen eignen. Immer wieder gibt es im Pflegealltag Situationen, in welchen kaum Zeit für eine individuelle Betreuung der Bewohnenden zur Verfügung steht (z.B. während der Rapporte oder wenn andere Personen zu Bett gebracht werden). Dies kann dazu führen, dass Erkrankte teilnahmslos herumsitzen, sich langweilen oder aber auch sich verängstigen und agitiertes Verhalten zeigen.

In einem ersten Schritt wurde im universitätseigenen Filmstudio ein zweiter Film «Musikalische Liebesreise» produziert, welcher sich auch an eine ganze Gruppe richtet, insbesondere an Menschen mit einer fortgeschrittenen Demenz. Der Einsatz in Institutionen wurde in einem weiteren Schritt mit der Anwendung bei zu Hause betreuten Demenzerkrankten verglichen.

Die Evaluation zeigt auf, dass sich die Intervention auch im institutionellen Kontext bewährt: Über zwei Drittel der teilnehmenden Personen mit Demenz blieben über den ganzen Film hinweg aufmerksam. Die Stimmung der Zuschauer mit Demenz wurde vom Film mehrheitlich positiv beeinflusst; teilweise erfolgte sogar eine Reduktion agitierten Verhaltens. Zwei Drittel der befragten Pflegepersonen erachten den Film als nützlich und 85% beabsichtigen, den Film in ihrem Arbeitsalltag einzusetzen. Die Hälfte der Pflegenden erfuhr Entlastung durch das Abspielen des Films.

Laufzeit des Projekts SIMPA II: 8/2010 – 9/2011

Kontakt:
Dr. Sandra Oppikofer (Projektleitung), sandra.oppikofer@zfg.uzh.ch
Franziska Schachtler, franziska.schachtler@zfg.uzh.ch